Peter Handke\'s Desinterresse am Muehlheimer Theater Preis. Dazu kann ich nur sagen, dass wenn mir mit Stuecken wie UEBER DIE DOERFER, DIE KUNST DES FRAGENS, DIE STUNDE ALS WIER NICHTS VON EINANDER WUSSTEN & ZURUESTUNGEN FUER DIE UNSTERBLICHKEIT, und DIE KUECHE dieser Preis nicht zugeschrieben wurde, ich doch meinen allerschwaechsten Aderlass nicht, moeglicherweise, den Preiss gewinnen lassen moechte.Handke feige? Jemand der seine ganze Karriere auf die vieleicht wahnwitzige Verteidigung der Serbischen Woelfe auf's Spiel gesetz hat? Klassiker schon, und zwar als lebend aktive Sprache, nicht als Ueberlass fuer nekrophiles Expertentum der Germanistik. Wo schon findet man wahren Anmut als bei Handke, z.b. DIE KUNST DES FRAGENS?
Muelheimer Dramatiker-Wettbewerb ohne Handke
Peter Handkes neues Stueck laeuft ausser Konkurrenz
Bereits fuenf Mal hat er am Wettbewerb teilgenommen und nie hat er was gewonnen, jetzt reicht es Peter Handke: Er will gar nicht mehr teilnehmen, sein neues Stueck =Untertagblues= laeuft ausser Konkurrenz, was die Veranstalter ziemlich wurmt.
Der wilde Mann ist keiner mehr. Der oesterreichische Autor Peter Handke wird nicht an den 30. =Stuecken= in Muelheim teilnehmen und stellt sich damit auch nicht dem Wettstreit um den Dramatikerpreis.
Die Entscheidung traefe er aus persoenlichen Gruenden, teilte Handke den Veranstaltern und seinem Verlag mit. Sein Stueck =Untertagblues= wird dennoch als Eroeffnungsstueck gezeigt. =Fuer uns ist die Jury der Massstab aller Dinge=, sagt Festivalchef Udo Balzer-Reher der taz. Er habe gestern viel mit dem Suhrkamp-Verlag telefoniert, die haetten, wie das Wiener Burgtheater, nichts gegen eine Auffuehrung. Er respektiere die Haltung Handkes, der seit 1983 bereits viermal am Dramatiker-Wettstreit teilgenommen hat - und immer unterlag.
=Das ist ein Vorgang, in dem sich Arroganz und Feigheit mischen=, kritisierte Dietmar N. Schmidt, Sprecher der Auswahljury, den Rueckzug. Offenbar fuehle sich Handke =wie ein Klassiker und er hat Angst, er koenne noch einmal verlieren=. Die =Stuecke= seien geschwaecht worden, wie auch 2002, als der Theaterautor Botho Strauss den Muelheimern absagte, mit der Begruendung, es handle sich bei dem Wettbewerb =um nichts weiter als eine Foerderung junger Autoren=.
Ganz anders hat dies Nobelpreistraegerin Elfriede Jelinek gesehen. Auch sie brauchte acht Anlaeufe um den Dramatikerpreis zu gewinnen. Dafuer trug sie sich 2002 und 2004 gleich zweimal kurz hintereinander in die Siegerliste ein. PETER ORTMANN
taz Ruhr Nr. 7618 vom 18.3.2005, Seite 1, 49 Zeilen (TAZ-Bericht), PETER ORTMANN
Peter Handke kneift in Muelheim
Muelheim taz Der wilde Mann ist keiner mehr. Der oesterreichische Autor Peter Handke wird nicht an den 30. =Stuecken= in Muelheim teilnehmen und stellt sich damit auch nicht dem Wettstreit um den Dramatikerpreis.
Die Entscheidung traefe er aus persoenlichen Gruenden, teilte Handke den Veranstaltern und seinem Verlag mit. Sein Stueck =Untertagblues= wird dennoch als Eroeffnungsstueck gezeigt. =Fuer uns ist die Jury der Massstab aller Dinge=, sagt Festivalchef Udo Balzer-Reher der taz. Er habe gestern viel mit dem Suhrkamp-Verlag telefoniert, die haetten, wie das Wiener Burgtheater, nichts gegen eine Auffuehrung. Er respektiere die Haltung Handkes, der seit 1983 bereits viermal am Dramatiker-Wettstreit teilgenommen hat - und immer unterlag.
=Das ist ein Vorgang, in dem sich Arroganz und Feigheit mischen=, kritisierte Dietmar N. Schmidt, Sprecher der Auswahljury, den Rueckzug. Offenbar fuehle sich Handke =wie ein Klassiker und er hat Angst, er koenne noch einmal verlieren=. Die =Stuecke= seien geschwaecht worden, wie auch 2002, als der Theaterautor Botho Strauss den Muelheimern absagte, mit der Begruendung, es handle sich bei dem Wettbewerb =um nichts weiter als eine Foerderung junger Autoren=.
Ganz anders hat dies Nobelpreistraegerin Elfriede Jelinek gesehen. Auch sie brauchte acht Anlaeufe um den Dramatikerpreis zu gewinnen. Dafuer trug sie sich 2002 und 2004 gleich zweimal kurz hintereinander in die Siegerliste ein. PETER ORTMANN
taz Ruhr Nr. 7618 vom 18.3.2005, Seite 1, 49 Zeilen (TAZ-Bericht), PETER ORTMANN
Von Liebe und von Feigheit
Originale
Die Regisseurin Andrea Breth sowie der Dramatiker Peter Handke weigern sich strikt, mit ihren Werken wie gewuenscht in Deutschland aufzutreten.
Wien will nicht: Die Breth wurde von der Jury des Berliner Theatertreffens eingeladen mit ihrer Inszenierung von Schillers =Don Carlos=; den Handke will die Jury des Muelheimer Dramatiker-Wettbewerbs mit seinem Stueck =Untertagblues= ins Rennen schicken um den =Stuecke=-Preis des Jahres. Beides sind Produktionen des Wiener Burgtheaters. Und so sehr man in Berlin und in Muelheim auch bittet und bettelt, die hohe Frau und der hohe Herr bleiben eisern. Aus fein unterschiedlichen Gruenden.
Bei Andrea Breth ist es zunaechst die Drehbuehne. Die in Wien lasse sich millimetergenau drehen und obendrein als Ganzes heben und senken. Das koenne die des Berliner Festspielhauses, dem Ort des Theatertreffens, nicht. Und also gehe die eine Szene nicht, in der bei gleichzeitigem Spiel 40 Bueroschraenke aus der Tiefe gehievt werden. Und also bleibt Carlos in der Burg, basta. Die Burg-Regisseurin Breth gibt die fundamentalistische Perfektionistin. Aber nebenher noch die stur Nachtragende, die es nicht verwinden kann, von Berlin - als scheidende Chefin der von ihr geliebten Schaubuehne - nicht eben in Liebe verabschiedet worden zu sein. Und wo keine Liebe mehr, da ist auch kein Weg. Und Rache ist Blutwurst. Ihre Berlinblockade ist mithin ein bisschen billig, andererseits aber auch verstaendlich - wer kennt sie nicht, diese zaehen Herzschmerzen.
Schade nur um Schiller. Und um die vertane Chance, eine grosse Kuenstlerin in Berlin zu feiern. Auch ohne 40 eilfertig aus dem Buehnenboden gehievte Bueroschraenke.
Der Burg-Dramatiker hingegen kehrt den schlechten Verlierer heraus. Immerhin ist er jetzt bereits zum fuenften Mal nach Muelheim geladen - was ja auch eine Ehre ist -, doch noch nie hat er den huebschen Preis gewonnen. Im Gegensatz beispielsweise zu seiner Landsfrau Elfriede Jelinek.
Der Gram scheint tief zu sitzen. Deshalb seine Verfuegung, zwar gnaedig anzutreten, aber nicht im Wettbewerb. Sondern in einem exquisiten Extra-Schaulauf ausser Konkurrenz. Da darf man durchaus verdienten Beifall kassieren - und so gefahrlos wie genuesslich ueber den Kollegen schweben. Im Mai in Muelheim treten immerhin Koryphaeen ins Rennen wie Lukas Baerfuss, Anja Hilling, Elfriede Jelinek, Dea Loher, Roland Schimmelpfennig und Theresia Walser.
Der Dichter Peter Handke blockiert nicht direkt, aber er beschaedigt unverschaemt. Liebe ist dabei nicht im Spiel. Aber sehr viel Hochmut und Feigheit vor dem Feind. Reinhard Wengierek
Artikel erschienen am Sa, 19. Maerz 2005